Jugendreferentin Antje Metzger geht

ejbEnde September wird Jugendreferentin Antje Metzger den Bezirk verlassen. Sie wird ins Jugendwerk Land (ejwue) wechseln. Stolze neun Jahre bereicherte sie den Bezirk. Bevor sie endgültig weg ist haben wir es uns nicht nehmen lassen, sie für ein kleines Interview über die Bezirksarbeit, Schwaben und Visionen zu gewinnen.

Hallo Antje, nun bist du schon 9 Jahre bei uns im Bezirk. Kannst du dich noch an das erste Erlebnis erinnern, das dir im Gedächtnis geblieben ist?
Ja, 1. Oktober war Dienstbeginn, 3. Oktober Einsatz als Managerin des Kinderprogramms auf dem Hauskreistag. Nach getaner Arbeit haben wir Mitarbeiterinnen gleich eine Schlacht gemacht mit Schokoschaumküssen (das Wort mit M darf man ja nicht mehr sagen). So lernt man sich gleich richtig kennen ;-)

Wodurch zeichnet sich deiner Meinung nach der Bezirk Besigheim aus?
Hier ist ein gutes Bezirksbewusstsein vorhanden. Man fühlt sich im ejb daheim. Das ist nicht selbstverständlich. Dazu kommt ein großer Pool an motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne diese Schätze würde die Arbeit hier gar nicht gelingen.Und was soll ich sagen: Natürlich gibt es in ganz Württemberg kein Jugendwerk, das ausschließlich Badische Hauptamtliche genießt!

Als Jugendreferentin warst du in vielen Bereichen des Jugendwerks tätig (Jungschararbeit, Grund- und Aufbaukurse, Mädchenlager, vis-à-vis, Musik, BAK, Büroarbeit, etc). Was hat dir am meisten Spaß gemacht und warum?
Oh, das ist schwierig das auf einen Bereich fest zu legen. Mir macht es generell Spaß, mit Menschen unterwegs zu sein, sie im Glauben zu begleiten, mit ihnen ein Stück Leben zu teilen. Ganz wichtig ist mir dabei, dass der Humor nicht zu kurz kommt.

Gibt es ein Erlebnis mit Gott, das dich in deiner Arbeit besonders geprägt, erstaunt oder überrascht hat?
Gott handelt immer wieder überraschend. Ich merke in so vielen kleinen und großen Dingen, dass ihm nichts unmöglich ist. Das ist natürlich besonders da spürbar, wenn man es eh nicht in Händen hat (und das würd´ ich ja am liebsten). Das Besondere war für mich z.B. die Mitarbeitergemeinschaft 2009 auf dem Lager. Gottes Geist hat da einfach gewirkt. Das ist unbeschreiblich, wenn du es nicht selbst erlebst. Für mich war das ein Stück Himmel.

antje_metzgerKommen wir nun zu einem endlosen Thema: Schwaben und Badener. Als eine von dreien im Bezirk war es – zumindest im Büro – nicht all zu schwer. Was hat dich besonders genervt an den Schwaben?
Was heißt hier genervt? Ich bin die Entspannung selbst. Hmmmmmmmmmmmmmmmmmm. Zssssss. Nein im ernst: Manche glauben, nur schwäbischer Wein wäre trinkbar und anderer Wein über Grenzen hinaus sei von der Sonne verschont. Das halte ich für ein Gerücht! (Auch wenn der Wein hier wirklich sehr mundet). Und Schwaben singen das Badener Lied nicht mit, wo es doch so schön ist.

Und was hat dich wiederum beeindruckt an der schwäbischen Lebensart?
Ich mag den Mut der Schwaben, Projekte an zu packen, die visionär sind. Es sind oft große Ziele, die auf den ersten Blick nicht erreichbar scheinen. Aber mit Fleiß, Mut und ganz viel Gottvertrauen klappt das dann schon.

Der Beruf der Jugendreferentin fordert viel Flexibilität und Bereitschaft sich umorientieren zu können mit sich. Wie schwer ist dir die Entscheidung gefallen vom Bezirk ins Land zu wechseln?
Ich bleibe dem Bezirk ja treu, indem ich hier wohnen bleibe. Ich fühle mich sehr wohl hier und freue mich, wenn mir gewachsene Bezirksfreundschaften erhalten bleiben. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Mit meiner Berufswahl habe ich mich für eine Bereitschaft zur Umorientierung entschieden. Das ist nicht immer einfach, erhält aber auch eine gewisse Flexibilität im Kopf.

Welche Aufgaben wirst du zukünftig im ejw Land haben?
Ich werde Landesreferentin für die Arbeit mit Kindern sein. Meine Aufgaben sind recht vielseitig. Es gehören z.B. redaktionelle Tätigkeiten dazu. Ich werde für den Jungscharleiter zuständig sein und bei der Arbeitshilfe Kinderbibelwoche verantwortlich mitarbeiten. Dann werde ich Veranstaltungen initiieren für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jungschararbeit und Kinderbibelwochenarbeit. Hier sind neue Ideen für die Basis gefragt. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern aus dem ganzen Land werde ich mir immer wieder Gedanken machen, was gerade für Kinder dran ist. Diese Ideen gilt es dann zu veröffentlichen. Daneben werde ich vor Ort in Regionen thematische Tage anbieten in Kooperation mit Bezirken und Gemeinden. Dazu kommen dann noch allgemeine Landesaufgaben, die man als Landesreferentin so macht (zum Beispiel: Mitarbeit beim Jugendtag).

Sicherlich sind manche Abläufe dort gleich und du kannst von deinen Erfahrungen im Bezirk profitieren. Worin besteht für dich an diesem neuen Arbeitsplatz die Herausforderung?
Ich denke, die neue Situation an sich ist schon eine Herausforderung. Neuer Wohnort, anderes Büro, andere Kollegen, spezifischer Arbeitsbereich. Dazu noch die Bekanntheit über die Bezirksgrenzen hinaus. Gleichzeitig reizt mich Neues. Und ich bin einfach gespannt und freue mich auf die neuen Aufgaben.

Gibt es etwas, das du am Bezirk vermissen wirst?
Oh ja. zum Beispiel die diensttäglichen Dienstbesprechungen mit Ralfs Comedyeinlagen und das Losungsbüchlebibelstellenabfragen mit beiden Kollegen. Die Auftritte als Cindy und Bert auf den Kursen, die Afterworkpartys nach den BAK-Sitzungen, die Spontanaktionen mit dem Jungschalagerteam, das Singen im Chor und noch viel mehr. Aber vor allem werde ich viele Leute vermissen, die ich nicht mehr sehe, zumindest nicht mehr so oft. Irgendwie gibt man auch ein Stück Heimat auf. 

Da du ja in circa einem halben Jahr weg bist kannst du nun offen darüber reden ohne es anpacken zu müssen: Wo hat der Bezirk unausgeschöpftes Potenzial? Wo sollte er noch wachsen und daran arbeiten?
Ich denke, wir haben noch Potential in Sachen Zielgruppe. Wir erreichen hauptsächlich Gymnasiasten. Ich halte den Versuch der Kooperation von Schule und Jugendarbeit daher sehr sinnvoll. Darüber hinaus werden wir wohl immer wieder prüfen müssen, welche Art von Veranstaltungen eine breitere Masse anspricht. 

Dann finde ich das Konzept der Jugendkirche absolut nachdenkenswert für unseren Bezirk. Vor allem, nachdem es den JuGo in Besigheim nicht mehr gibt.

Wird die Lücke, die du hinterlässt, wieder mit einem/r NachfolgerIn geschlossen? Was wäre dein Tipp an ihn/sie?
Ich finde es nicht gut, von Lücken zu reden. Jeder Mensch hat seine eigenen Begabungen von Gott mit bekommen. Diese gilt es zu nutzen, dann passt das schon. Was nützt auch ein Vergleichen mit Vorgängern. Mich hat das genervt (oh, mal wirklich was, was mich so richtig genervt hat).
Mein Tipp an sie: Hör, was dran ist bei Gott und an der Basis und setz es um. Trau dich an Neues. Sei bei allem ganz du und mach dein eigenes Ding.

Noch ist es ja eine Weile, aber kannst du abschätzen, was deine erste Amtshandlung im ejw Land sein wird?
Ehrlich gesagt, hab ich noch keinen Plan. Ich werde aber schon vor dem Sommer an einer Sitzung teil nehmen und mich mit meiner Vorgängerin treffen. Dann sehen wir weiter. 

Vielen Dank für das Interview! Bis zum 1. Oktober bleibst du uns noch erhalten. Hast du trotzdem schon ein paar (das Interview) abschließende Worte an den Bezirk?
Noch bin ich hier. Ich freu mich, euch demnächst im Bezirk zu sehen. Seid gesegnet!

 

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